Praxis - Imkerverei Schmallenberg

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Praxis

Imkerliche Betriebsweisen.

                            Schwarmbetriebsweise  plus  Drohnenwabenentnahme

                                 bedeutet Gesundheit, Stärke, hohe Erträge und

                                Varroakontrolle ohne  chemische  Behandlung

         Der Aufbau des  Volkes erfolgt so früh wie  möglich aus einem möglichst starken Ableger:

Dieser Ableger sollte am Ende  des Aufbaujahres  auf mindestens  zwei Zargen im Normalmaß mit einer o-jährigen Königin überwintert werden. Da aber der Aufbau zu einem Vollvolk - trotz der hohen Legefähigkeit der jungen Königin- aber wegen Raumenge  und Mangel an Pflegebienen - nur in Schüben vor sich gehen kann, können die Varroen in den dadurch bedingten Legepausen der Königin mit ihrer eigenen Vermehrung gut mithalten. Der Ableger muß deshalb während dieser Aufbauzeit und vor der Einwinterung mit den üblichen zugelassenen Mitteln gegen Varroa behandelt werden.  Es kann aber auch stattdessen Ende Juli die gesamte Brut -und damit die Varroen - entnommen werden.)

         In den folgenden Jahren jedoch wird das Bienenvolk, nachdem es geschwärmt hat, auf drei Zargen mit einer      o-jährigen Königin  überwintert. Wenn im Frühjahr die untere Zarge noch nicht bebrütet - wohl aber schon von Bienen wieder belagert ist - wird diese  Zarge ohne Bienen entfernt. Die alten Waben werden eingeschmolzen.  Das Volk sitzt also nun wieder prall auf zwei Zargen mit ein oder zwei Drohnenrahmen an zweiter Stelle  in der oberen Brutzarge  und kommt spätestens Anfang bis Mitte Mai schnell zum Schwärmen. Sobald die Drohnenwaben verdeckelt sind, werden sie im regelmäßigen Wechsel  von etwa  21  Tagen bis zur Auffütterung Anfang August ausgetauscht oder ausgeschnitten.



             Die Honigräume  werden bei  beginnender  Tracht  grundsätzlich mit selbst gegossenen Mittelwänden ausgestattet und mit oder ohne   

             Absperrgitter aufgesetzt. Der nächste Honigraum wird bei Bedarf zwischengeschoben. Geschleudert wird nach der Frühtracht und nach der Sommertracht.



           In der ersten/zweiten  Maiwoche gerät im Regelfall das Volk in Schwarmstimmung. Das Schwärmen  wird aber nicht verhindert, sondern der Schwarm wird angenommen und auch nicht vorweggenommen, was auch möglich wäre. Das Volk soll den Schwarmakt und die Brutpause ausleben. Alle Schwärme sollten vom Stand entfernt werden, wenn die Imkerei nicht vergrößert  werden soll.

            Befindet  sich ein Stand aber noch im Aufbau, muß die Schwarmkönigin durch eine Zelle ersetzt werden, damit auf dem gesamten Stand  für alle Völker          

            die  Brutpause erfolgt und nur O-jährige Königinnen in den Winter gehen. .

Nach sieben bis neun  Tagen wird  auf Schwarmzellen durchgesehen. Auf  Wunsch können ein  oder zwei Ableger  für den Verkauf erstellt werden. Das starke Restvolk behält eine Zelle. Die junge Königin schlüpft in dem wieder sehr starken Volk. Bis zum ersten Begattungsflug hat sie noch kein Licht  gesehen und ist von keinem Strahlungs- und Kälteschock getroffen worden. Die Varroen sind in  den Völkern wegen der Brutpause  alt und weitgehend unfruchtbar geworden; der noch verbleibende Rest kann gegen die enorme Legetätigkeit der neuen Königin in dem sehr starken Volk nicht konkurrieren, da die junge Königin ohne Unterbrechung zwischen tausend und zweitausend Eier legen kann. So hat der Stand zur Einwinterung nur junge Königinnen, die alle aus der ersten Maihälfte stammen und  aus Selektionsgründen von den drei besten Völkern abstammen sollten.

Dieses Volk mit der  diesjährigen Königin ist nun im Schwarmjahr das Hauptertragsvolk, das im Normalfall  mehr Honig  bringt als ein Volk mit alter Königin, die  dazu noch am Schwärmen gehindert worden ist.

          Die Überwinterung mit dieser immer o-jährigen Königin muß wegen der Stärke des Volkes auf drei Zargen erfolgen, da sonst noch spät Schwarmgefahr besteht (Singerschwarm). Die dritte Zarge ist eine der unbebrüteten Honigraumzargen  und wird spätestens  vor der Einfütterung Anfang  August aufgesetzt.

Die Varroabekämpfung und –kontrolle  erfolgt, indem zwei Leerwaben in die oberste Brutzarge  als Fangwaben  eingehängt werden, die schnell mit Drohnenbau ausgebaut  und verdeckelt laufend ausgetauscht werden(s.o.).

Anfang/Ende -  August - nach der Auffütterung auf drei Zargen -  kann  einmalig (muß aber nicht  mehr sein)  mit Ameisensäure oder einem anderen  zugelassenen Mittel behandelt werden.

In der brutlosen Zeit, ehe die Jungkönigin in Eilage geht, kann gelegentlich und vorsorglich gegen die Faulbrut der Faulbrutfegling angewendet werden.

       (Faulbrutfegling  nach Nikel Jakob; 1586 ) Sobald die Jungkönigin in Eilage  geht, wird das Volk abgejagt/abgefegt und auf Mittelwänden und 2 Drohnenwaben                        

          in einer desinfizierten Beute aufgefüttert)  

Wenn der Aufbau eines  Bienenstandes mit kleinen Ablegern  erfolgt, müssen diese, wie bisher,  mit den üblichen Varroamitteln und Dauerfütterung   auf die entsprechende Größe von  2 – 3 Zargen gebracht werden.   Diese Ableger  werden im Aufbaujahr nicht geschleudert.

2009                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------                                                                                                                                                

Zur Diskussion:    1. Vermehrung durch Schwarmzellen.

                                    2. Standbegattung, keine Belegstellen!!!

                                    3. Bei der Begattung ist die Königin  (Dominanz) und nicht der Drohn (die Drohnen) der Mittelpunkt der Selektion.

                                    4. Verständigungsschwierigkeiten bei fremder Königin ?

                                    5. Das  sehr große Stamm- Restvolk mit junger Königin   bringt den  Ertrag.  

                                    6 . Dreifache Vermehrung : 1. starker Schwarm (oder  eventuell Fegling  / Flugling),

                                                                                  2. starkes  Hauptvolk (Ertragsvolk) mit o-jähriger Königin.

                                                                                3. mindestens zwei Einwabenableger  im  Standmaß.

                                   7. Immer Jungköniginnen (Zellen)  von den  3 besten Völkern   zur Selektion   nehmen.

                                   8. Königinnenlarven  erleiden keinen Kälteschock / Lichtblitz / Strahlungsschaden  und schlüpfen immer  in ihrem Volk unter Geschwistern.

                                  9. Wegen Brutstopp sehr gute Varroakontrolle, wenige  gealterte Varroen  ,keine  chemische Behandlung nötig.!

                                 10. Nur kleine Ableger müssen behandelt werden, da die Königin nur in Schüben brüten  kann.

                       11. Benennung des abgeschwärmten Volkes: Stammvolk, oder Hauptvolk oder Restvolk?

Cobbenrode, 17.7.2009



Letzte Aktualisierung:  15.10.2009                                                                     

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü